| Bahnengolfsysteme |
Cobigolf
dürfte wohl den wenigsten bekannt sein, da es recht selten ist. Es gibt zwei verschiedene Arten von Cobigolf: Großcobigolf und Kleincobigolf. Auf beiden Arten muss der Spieler den Ball erst durch ein oder zwei Törchen spielen, bevor er eingelocht werden kann. Unter Groß-Cobi versteht man Betonbahnen mit den gleichen Ausmaßen wie beim Minigolf. Auch hier gibt es einen Weitschlag – manchmal auch zwei. Beim Klein-Cobi sind die Bahnen aus Eternitplatten und verfügen über die gleichen Maße wie beim Miniaturgolf. Auch hier gibt’s die berühmten Törchen ähnlich dem Krocket.
Minigolfsystem Beton
hat 12 m lange und 1,25 m breite genormte Betonbahnen (außer der ca. 25 m langen Weitschlag-Piste), die einschließlich Hindernissen in vorgeschriebener Reihenfolge angelegt sein müssen. Die Abschlagmarkierung auf Minigolfbahnen ist immer ein Kreis mit einem Durchmesser von 30 cm in der Mitte der Banden am Bahnanfang. Der Mittelpunkt hat einen Abstand von 40 cm vom Bahnanfang und ist durch eine kreisförmige Markierung mit einem Durchmesser von maximal 8 cm gekennzeichnet. Die Bahnbegrenzung bilden Flacheisen- bzw. Rohrbanden. Die Hindernisse sind Aufbauten aus Beton oder Naturstein.
Miniaturgolf Eternit
hat 6,25 m lange und 0,90 m breite genormte Bahnen. Diese bestehen aus Zementplatten (Eternit), die in Eisenwinkelrahmen verlegt sind. Es gibt insgesamt 25 genormte Minigolfbahnen mit oder ohne Hindernissaufbauten. Abschlag ist immer das gesamt Abschlagsfeld. Von den Banden darf ein liegengebliebener Ball 20 cm abgelegt werden, vom Hindernis 30 cm.
Vom Score (Spielergebnis) her ist Miniaturgolf jenes System mit der am niedrigsten zu erwartenden Schlaganzahl. Abhängig von der Selektivität der Anlage ist für eine vordere Platzierung eine durchschnittliche Schlaganzahl von 20-22 Schlägen (bei nationalen oder internationalen Meisterschaften sogar noch weniger) notwendig.
Das ohnehin in Vielzahl vorhandene Ballmaterial wird oft vor dem Bespielen einer Bahn "präpariert", d.h. der von außen gegebenen Wettersituation angepasst (vom Abkühlen im Eisschrank bis zum Aufwärmen an dafür geeigneten Körperzonen...)
Viele Bälle erreichen gewisse Popularität die sich in ihrer Namensgebung niederschlägt (Catenaccio, Nuss, Lumumba, Bimbo, toter Hund). Populäre Bahnengolfer sind oft Namensgeber für spezielle Bahnen (z.B. gibt es in der Abteilung Filzgolf eine Bahn die Tronix nach dem Spitznamen eines bekannten österreichischen Bahnengolfers) oder Spezialschläge (wie z.B. der äusserst schwierige Top Spin Schlag auf der Miniaturgolfbahn Brücke ein sogenannter "Janacek" ist).
Das dem Handicap entsprechende Pendant im Bahnengolfsport ist der "Schnitt". Gute Spieler spielen über eine Saison in Miniaturgolf einen Schnitt um 22 Schläge (auf 18 Bahnen, d.h. bei durchschnittlich 4 Bahnen wird der Ball NICHT mit dem ersten Schlag versenkt) während auf den wesentlich schwierigeren, weil längeren Bahnen der Abteilung Minigolf oft ein Schnitt von 30 Schlägen ausreicht um ein Turnier (Wettkampf) für sich entscheiden zu können. Auch im Bereich der aus dem Putter des Großgolfs entstandenen Bahnengolfschläger haben sich zahlreiche Änderungen (Veränderung des Schwerpunktes, Anbringung eines temporegulierenden Gummis).
Sterngolf
wird ebenfalls auf Betonbahnen gespielt. Sie sind ca. 8 m lang und 1 m breit. Der Endkreis hat einen Durchmesser von 2 Metern. Die Hindernisse sind auf jeder Anlage gleich, nur die Reihenfolge kann jeweils verschieden sein. Die Bahnen werden aus Rohrbanden begrenzt. Die letzte Bahn hat dem System den Namen gegeben. Hier ist der Endkreis in Form eines Sterns angelegt, das Zielloch ist auf einem kleinen Hügel angebracht. Der Spieler darf die Bahn beim Spiel und Anschlag betreten. Allein in Nordrhein-Westfalen gibt es 10 verschiedene Sterngolf-Vereine, jedoch sind diese neben Deutschland auch im angrenzenden Ausland, vor allem in Österreich zu finden. Erfinder und in fast allen Fällen (Mit-)Erbauer ist Heinrich Ullrich gewesen.
Filzgolf
Aus dem skandinavischen Raum stammen die Filzbahnsysteme. Eine Filzgolfanlage besteht aus 18 Bahnen die aus 25 genormten Hindernisarten gewählt werden können. Die Länge der Bahn kann zwischen 6 und 18 Meter liegen, die Breite zwischen 80 und 90cm. Der "Zielkreis" ist achteckig und kann eine Breite zwischen 1,60 und 2,40m haben. Die Banden bestehen aus Holz beziehungsweise mittlerweile aus Witterungsgründen in Mitteleuropa auch teilweise schon aus Edelstahl und die Spielfläche ist mit einem teppichartigen Filz belegt. Der Ball wird von einer Abschlagplatte vom Bahnanfang gespielt.
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